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electrocd

Kritik

Stefan Hetzel, Bad Alchemy, no 37, 25 janvier 2001

Marc Tremblay aus Québec lässt mich, einmal mehr, einrnal wieder, am Konzept der musique concrète (ver-)zweifeln. Auf Bruit-graffiti (empreintes DIGITALes, IMED 9949) präsentiert der 40 jährige tape composer Kompositionen von derart naiver Selbstbezüglichkeh, dass kh zunächst meinen Ohren nicht trauen wolte. Nicht nur, dass das erste Stück Vroum. heißt, es beginnt auch noch mh Autohupen und einem Schnipsel aus Baby you can drive my car von den Beatles. Tremblay ebenso entwaffnendes wie enervierendes Konzept ist hiermit auch schon erschöpfend aufgedeckt: Stuck Nummer zwei Conte sous la lune handelt von der Kindheit und verarbeitet — na was wohl — Babyquaken, Teddyquieken und Xylophongeklimper, auf Cowboy Fiction. ist Pferdetrappeln, Dampflokschnaufen und Pistolengeknalle.zu hören. Welches Klangmaterial L’argent, toujours l’argent… (Das Geld) zugrunde liegt, verrate ich jetzt nicht mehr…Tremblay Herangehensweise als “kunstfern” zu bezeichnen, wäre vielleicht zu tief gegriffen, sprechen wir lieber von den (handwerklich übrigens makellosen) Hervorbringungen eines eher schlichten Gemütes, eines Menschen mit Sinn für Alltags- und Trivalkultur, der eben einfach keine Lust hat, symbolistische Lyrik oder abstrakte Philosopheme zu vertonen. Doch ist der Preis, den Tremblay für diese (Schein) “Einfachheit”. und “Zugänglichkeit” zahlt, hoch: er heißt Plattheit, Absehbarkeit’, Beliebigkeit.

Bruit-graffiti