Ein Phänomen für sich ist mit Jg. 1926 (!) der in Avignon unverwüstlich kreative Akusmo- naut FRANCIS DHOMONT (dem “Déluges et autres péripéties” gewidmet ist). Auf Images nomades (IMED 20167) offeriert werden drei Widmungsstücke eher abstrakter Art: “Phoenix XXI” (2016, 20) für die kolumbianische Künstlerin Inés Wickmann und “Perpetuum mobile (Pluies fantômes)” (2019) an den Musikwissenschaftler Christoph von Blumröder (Initiator der Schriftenreihe Signale aus Köln. Beiträge zur Musik der Zeit und beständiger Erforscher “Neuer Musik”) als homozygote Geschwister von rauschendem, sprudelndem, wooshendem Temperament, das in oszillierenden Granulationen, flickrigen und brodeligen Fluktuationen und mit quecksilbrigem Gefunkel überschießt und sich weder von Geister- regen noch von dunklen Zonen schrecken lässt. Und dazwischen ‘Machin de machine’ (2012) à Conlon Nancarrow, als Regentropfentamtam, das in rasant perkussiven, sprudelig tremolierenden, donnerblechern wabernden Kaskaden verhallt. Sowie, gebündelt als ‘Ami- versaires’, eine Reihe von kleinen Geburtstagsgrüßen aus den letzten 18 Jahren: Für Bernard ‘Parmé’ Parmegiani, François Bayle, Oscar Wiggli und Beatriz Ferreyra jeweils zum 80., Annette Vande Gorne zum 65., Pete Stollery zum 60., Miguel Azguime, Adrian Moore und Jonty Harrison jeweils zum 50. Christoph Gallio hat mit Day & Taxi bei “De- votion” (2019) ein ähnliches Gebinde überreicht. Meist nur kleine, koboldquicke, kollegial anspielungsreiche Klangpostkarten und spritzige Freundschaftsbekundungen im Panta- Rhei-Stil. Die alle ‘Le flux des sons’ feiern, als Jungbrunnen all dieser gewitzten und düsen- triebigen Géo Trouvetous. Unter ihnen, wer hätt’s gedacht, schreiben Dhomont und Bayle SPAẞ besonders groß, mit der expliziten Absicht: te faire rigoler. RIGOler, Ha!