Manuella Blackburn, halb so alt wie Elsa Justel und aus London, nennt mit Interruptions das Merkmal, das gleich mal Home Truths bestimmt: Unterbrechungen bis hin zur Zerrüttung des Tagesablaufs. Dass sich stressige Diskontinuität ebenso ästhetisch nutzen lässt wie Plastikmüll, aus dem Microplastics knistrig und mikrorhythmisch verklanglicht ist, wen soll das beruhigen oder trösten? Die Atomisierung des Lebens und die verheerende Vermüllung der Welt gehen weiter. Was tun? Kunst ist keine Müllabfuhr, Klangrecycling beseitigt keine Abfälle. Also nostalgisch Seufzen, mit Farewell Fairlight als Hommage an die Fairlight CMI Series II, die Popmusik der 80er und eine Sound Library aus Klangkürzeln? Wie unterscheidet sich Sensibilisieren von Gewöhnen und Abstumpfen? Knarziges Öffnen und Schließen (von Schubladen, Türen) spielen auch bei Cupboard Love eine Hauptrolle als interruptives Gestaltungsmittel. Vergangenheit und Erinnerungen — inklusive der an Pierre Henry s Variationen für eine Tür und einen Seufzer — unterbrechen die Gegenwart. Mit Landline wiederentdeckt Blackburn ihr Festnetztelephon als Marker nostalgischer Erinnerungen, die sie mit klangarchäologischem Pinsel freilegt. Aus dem Klingklang der Dial Tones, den sie in pulsende Wellen eingebettet, kreiert sie ein Es-war-einmal ohne Worte, das mit der Frage einhergehen könnte, warum so wenig bleibt wie es ist.