Der 80. Geburtstag von Elsa Justel, der argentinischen Veteranin neuer Klangtechniken und Klangformen, wird markiert mit L’ombre du pont. Die Party gestaltet sie mit ihren Hommagen an Roger Cochini, Luc Ferrari, Beatriz Ferreyra, refigurativ an Annette Vande Gorne, mit P-corde an Bernard Parmegiani s Violostries, mit L’expérience caustique an François Bayle s L’expérience acoustique und mit C’est lui an Francis Dhomont s Sous le regard d’un soleil noir. Elektroakustische Olympier und ihre Hinkelsteine. Diálogo con Ana ist ein Zwiegespräch mit der Pianistin Ana Foutel, Pieza en forma de té klingt, als wäre Tee ein Ersatzbegriff, u. a. für etwas, das man zu Didgeridoo schnüffelt. All das in der Spannung virtueller, abstrakter, imaginärer Welten mit so manchem Déjà vu, mit Anekdoten und alten Klischees — Kaskaden von hoppelnden Pingpongbällen, eiernden Münzen, Paukenschlägen, Cut-up von Stimmen, Kriegslärm aus dem Kino, Musik aus Konzert, Oper, Film, Stripsodies aus Klangsplittern und Noise-bröseln. Was ist da — mit böser Bassal-Zunge gelästert — Selbstgefälligkeit in Form von lauwarmen Scherzen, was abgedroschene Inzucht? Was kindsköpfische — aber eigentlich doch beneidenswerte — Verspieltheit bis ins hohe Alter? Justels Faible für Wortspielerei und sarkastischen Humor macht jedenfalls nicht vor der Klangebene Halt.