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electrocd
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Kritik

Rigobert Dittmann, Bad Alchemy, January 17, 2003

Seit 1989 lebt der 1958 in Bogotá geborene Gitarrist und Komponist Arturo Parra in Kanada. Parr(A)cousmatique (IMED 0264) ist ein Kollaborationsprojekt speziell für Arbeiten mit Gitarre und Tonband. Die Tapezuspielungen stammen von Stéphane Roy (La basilique fantôme), Mauricio Bejarano (D’or et de lumière), Francis Dhomont (Sol y sombra… L’espace des spectres) und Robert Normandeau (L’envers du temps). Parra übermalt die bruitistisch-programmatischen Folien mit starkem spanischen Akzent zu Stimmungsbildern, in denen sich Archaik und Hypermoderne durchdringen. Parras selbstbewusste, virtuos-avancierte Handschrift versteht es, sich auch in konfliktreicher und geräuschvoller Umklammerung zu behaupten, als subversives, flinkes Graffiti, als phantasievolles Ornament, als stoische Patina, als überlegener Lichtschimmer. Der Gipfel an Intensität wird erreicht zusammen mit Gilles Gobeil bei der schroffen Klangwüste Soledad. Aber gerade wenn man sich mit der Gitarre im Tal des Todes verscharren lassen will, öffnet Normandeau die Schleusen der Zeit und die Sekunden peitschen die Haut wie gemahlenes Glas, während Parra die Saiten rührt wie Urvater Chronos persönlich.

Parr(A)cousmatique