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electrocd
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Kritik

Rigobert Dittmann, Bad Alchemy, no. 100, December 1, 2018
Troubles

Monique Jean, die ‘akadische Sirene’, fand schon mit L’adieu au s.o.s. (2003) und Greffes (2012) BAs Aufmerksamkeit. Troubles (IMED 18152) enthält mit Out of Joint ein Audiodrama, das die tausend Plateaus shakespeare’scher Charakterzeichnung und Weltanschauung nachzittern lässt. Im ungeschiedenen Zugleich von Poesie, Schurkerei, Thron und Nachttopf. T.A.G. = Trottoir, Asphalt & Goudron [Teer] lässt daneben das Fließen urbaner Massen als heterogenen Multitudes anklingen, in demonstrativen Schüben und als subterrane Unterströmung. Als dröhnender Flow vermengen sich schimmernde, schnurrende und dunkel wummernde Klänge mit solchen, die brodelig aufbrausen, wooshen und zerren in bebender, pfeifender, zuckender, kullernder Dramatik. Darin eingeflossen sind Polizeisirenen und Schritte, sublimiert zu den Fanfaren und Rhythmen eines abstrakten Expressionismus in glissandierender, lokomotiver und galoppierender Bewegung. Ähnlich gestaltet Jean die shakespeare’sche Dramatik, hechelnd und flattrig, ruppig und impulsiv, mit dröhnenden Wooshes und stehenden Wellen neben gewittrigen und vulkanischen Detonationen, rhythmischen Motiven, sirrender Konvulsion und surrender Stagnation. Bis hin zu einer martialischen Kriegskulisse und protestierenden Krähen. Allerdings könnte ich, selbst wenn Leben auf dem Spiel stünden, da nicht den Rückschluss auf Shakespeare oder was auch immer ziehen. Wer weiß, was sich — ich wiederhole mich da gern — einstellen würde an Eindrücken, Assoziationen, Gefühlen, Stimmungen ohne die verbalen Leitplanken? Viel mehr als vielleicht ‘Turbulenzen’ wäre als konnotative Annäherung an Jeans Troubles erstmal nicht drin.

Troubles
… dramatic, panting and fluttering, rough and impulsive, with booming wooshes and standing waves…