Nicht übertrieben aufdringlich, aber ungewöhnlich und gelungen umgesetzt, weiß als erstes die Verpackung von Bleak 1999 des Kanadiers Tomas Jirku zu gefallen: Bedruckter Karton zum Ausfalten im Schuber. Chic!
Nicht minder zu gefallen weiß jedoch auch das, was der Silberling preisgibt: Über matt schwarz glänzende Flächen wirft Jirku sein Netz aus Clicks und Beats aus und agiert damit zwar durchgehend auf rhythmischen Boden (auch wenn die Beats ganz und gar nicht im Vordergrund stehen), aber durch das gedrosselte Tempo und die dichte Atmosphäre der Tracks eher im Heim- oder Loungegebrauch, denn auf den Dancefloor einsetzbar.
Wer Jirku’s Veröffentlichungen auf Force Inc, Alien8 oder Tigerbeat6 kennt, dem wird wahrscheinlich die für seine Verhältnisse ungewohnt raue und direkte Produktion auffallen, sollte sich davon aber nicht abschrecken lassen, denn genau davon leben Tracks wie das dumpf und beklemmend pochende Psychosis oder das verrauschte Glucose. Und spätestens bei Glyburide mit seinen extremen Tiefenbass wird sich zeigen, wie wohlgesonnen einen die Nachbarn sind. 5/6