Tutschkus elektroakustische Kompositionen beweisen, wie willkürlich die Grenzziehungen zwischen akademischer Neuer Musik und den Soundscapes des Post-Industrial-Undergrounds zumindest vom klanglichen ergebnis oft sind.
So drängen sich hier beim Hören Assoziationen von Nurse With Wound bis hin zu Ligetis grandiosem Lux Æterna auf, oder auch Stockhausens Gesang der Jünglinge. Passenderweise wurde letzterer bei einem gemeinsamen Auftritt in Barcelona zum Ehrenmitglied von Coil. Manipulierte Stimmen mit quasi-religiösem Hintergrund, extreme Dynamiken und abrupte Brüche bilden den Mittelpunkt von Tutschkus Klanguniversum, das sich immer dann, wenn es eine wenig vertraut erscheint, zu etwas völlig Fremden verändert und immer wieder neue, noch dunklere Facetten offenbart.