Ich wette, dass Gilles Gobeil, mit Jg. 1954 einer der Träger der Québecer Musique électroacoustique, über die Anwürfe von Dominique Bassal nur mit den Schultern zuckt. Sein suggestiv zwischen Dramatik und Mysterium changierendes ’Cinéma pour l’oreille’ kann ja nicht gemeint sein, oder? Mit seinen Promenades nimmt er einen mit (1) auf die Zeitreisen von Chris Markers Kultfilm „Am Rande des Rollfelds“ (Un cercle hors de l’arbre), (2) mit panisch bebendem Altosax in die dräuenden, schwellenden, mystischen Tiefen von Kubrick s „2001: A Space Odyssey“ (Sentinelle), (3) mit Folkmar Hein, dem Initiator des Festivals Inventionen für Elektroakustische Musik in Berlin, auf leisen Sohlen durch ein idyllisches Brobdingnag fernab des Menschenbetriebs (Sous l’écorce des pierres — promenade), (4) bei Associations libres in Gedanken an René Lussier mit dem E-Gitarristen Patrice Soletti durch kakophon rockende Kampfzonen, (5) mit Violine, Cello und nochmal Soletti im Trio Déviation(s) bei einem kammermusikalischen Schiffbruch ins unkartographiert Dissonante (Détour), (6) anlässlich von Debussys 100. Todestag mit Piano auf einen Abendspaziergang Dans l’air du soir, als wär’s eine Träumerei von ihm. Und erinnert zuletzt (7) bei La vie se repose an den Schweizer Eisenplastiker Oscar Wiggli (1927-2016) mit Samples von dessen elektroakustischer Musik.