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  • Dômes in Bad Alchemy

    “Kritik”, Rigobert Dittmann, Bad Alchemy, no. 85, May 1, 2015
    Friday, May 1, 2015 Press

    Der 1955 in Québec geborene Robert Normandeau ist zusammen mit dem um ein Jahr älteren Gilles Gobeil und dem um ein Jahr jüngeren Paul Dolden ein Hauptvertreter der in der Communauté électroacoustique canadienne (CÉC) organisierten Elektroakustik, dessen Kreationen kontinuierlich bei empreintes DIGITALes verfolgt werden können. Dômes (IMED 14128) präsentiert fünf Arbeiten aus den letzten zehn Jahren, wobei La part des anges (2011, 12) gleich mal mit einem hintersinnigen Titel aufwartet. Anteil der Engel nennt man nämlich das Phä­nomen, dass sich von alkoholischen Flüssigkeiten, die in Holzfässern gelagert werden, ein gewisser Teil verflüchtig. Normandeau fängt von altem A-capella-Ge­sang quasi dessen flüchtige Dünste ein. Ich spreche öfters mal von Phantom­chö­ren, was hier so klingt, als würden Englein singen, ist diesmal nicht halluzi­niert. Kuppel (2005-06, 14) gehört zu Normandeaus Zyklus ‘Immersive Music’ und ba­siert auf Souveniers aus Karlsruhe, wo er 2005 am ZKM gearbeitet hat. Er hatte dabei den Klangdom im ZKM_Kubus im Sinn und die Vorstellung, sich bei den Karlsruhern zu bedanken durch die Möglichkeit, unter den 43 Meyersound-Laut­sprechern ihre Stadt mal ganz anders zu erleben. Mit dem Seufzen einer Tür, Glockendingdong und Straßenbahngeräuschen, die der Kanadier vor ihren Haustüren eingesammelt hatte. In Pluies noires (2008, 14), seiner Musik zu Zerbombt (Blasted), Sarah Kanes brutalem Theaterdebut, kann selbst der Regen aller vier Jahreszeiten nicht die Greuel abwaschen, die Kane dem Publikum ins Hirn scheißt. Ein Baritonsaxophon versucht röchelnd und furzend, ihre düstere Direktheit zu evozieren. In Hamlet-Machine without Actors (2014) hat Normandeau seine Musik zu Heiner Müllers blutiger Schädelspalterei vom Sein oder Nichtsein von Marx’ Gespenstern kondensiert auf 9 impulsiv dröhnende und scheppernde, archaisch von einem Didgeridoo durchpulste Minuten. Baobabs (2014) schließlich inszeniert sich selber mit vierfacher Vokalisation und sechs­facher Percussion als nahezu volkstümlich rhythmisiertes Kecak und Tamtam, dessen Motive von den Affenbrotbäumen bis zur Schwanzspitze des Fuchses La Petit Prince entstammen. Merke: Man hört nur mit dem Herzen gut.

    Man hört nur mit dem Herzen gut.

    L’envol in RNE3: Atmósfera

    “Crítica”, RNE3: Atmósfera, April 19, 2015
    Sunday, April 19, 2015 Press

    L’envol es el primer álbum en solitario de la compositora Americana afincada en Bruselas Elizabeth Anderson. Elizabeth es una prolífica artista y profesora y eso se palpa en su disco: cuando lo escuchas por primera vez tienes la sensación de estar ante una lectura de música electrónica.

    Los sonidos que contiene este L’envol son lo que uno espera de su título (en francés significa Vuelo) pero sólo si has pasado mucho tiempo viendo películas de ciencia ficción de los 60. Este trabajo se ocupa de temas que son bien conocidos, arquetipos tal vez, que se reflejan perfectamente en los títulos de las diferentes piezas.

    Un trabajo de cuidada estructura sinfónica a pesar de que esté creado con sonidos sampleados y grabaciones de sintetizador con la correspondiente habilidad de atrapar al instante al escuchante con sus espectaculares paisajes galácticos y los grandes espacios de soledad.

    … de atrapar al instante al escuchante con sus espectaculares paisajes galácticos y los grandes espacios de soledad.

    Poupées mathématiques in Skug

    “Kritik: Moebiusbänder und Kirchenglocken”, Curt Cuisine, Skug, April 9, 2015
    Thursday, April 9, 2015 Press

    […] Ähnliches gilt für Poupées mathématiques von Dominique Bassal, das als Musik-Blu-Ray (Stereo, 5.1, 7.1) veröffentlicht wurde. Der gebürtige Ägypter Bassal, der sich seit den 1970ern mit Elektroakustik beschäftigt, versteht seine aktuelle Werkschau als Gegenrezept zu jenem acousmatic cul-de-sac, den er in früheren Werken eingeschlagen habe. Dennoch dreht sich hier fast alles um die Frage nach der experimentellen Sounderzeugung. Zwar sind Bassels Stücke in ihren Zugängen so umtriebig wie jene von Normandeau, doch erschöpft er sich viel stärker in den bekannten Klang- kulminationsfiguren. Nach einem erstaunlich poppigen Einstieg begegnen uns Fig. C, D und E; nur etwas stärker von (Sound-) Romantizismen durchsetzt. Schon treiben wir mit unserem Raumschiff in Elektrosphärengeknitter, irgendwo ertönt ein Engelschor und eine dislozierte Jazzkapelle spielt atonale Karusselmusik in der Blackworld-Spelunke von Proxima Centauri. Poupées mathématiques ist streckenweise so hörenswert wie Normandeaus Dômes, durchtränkt von derselben Intention, das Genre aufzubrechen, es neuen Hörerlebnissen zuzuführen, aber der Fluch des digitalen Alltags herrscht eben auch hier.

    … es neuen Hörerlebnissen zuzuführen…
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