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  • Les arbres dans Nonpop

    «Wie aus Laptop und Kammerorchester ein Baum wird», Michael We, Nonpop, 8 juillet 2008
    mardi 8 juillet 2008 Presse

    Nicolas Bernier fiel schon in der Schule durch seine Leidenschaft für musikalische Experimente auf. Den Frankokanadier, der mit dem französischen Komponisten des 18. Jahrhunderts einen berühmten Namensvetter hat, zeichnete ein starker Forscherdrang aus. Vor allem untersuchte er zahllose Möglichkeiten der digitalen Klangerzeugung. An der Universität studierte der 1977 geborene Bernier zunächst Marketing, stürzte sich dann als Programmierer auf visuelle Themen wie Grafikdesign, um sich in den vergangenen Jahren endlich doch seiner ersten und größten Liebe zuzuwenden: Unter der Anleitung diverser namhafter Videokünstler und Komponisten machte er an der Hochschule in Montréal seinen Abschluss in ‘Elektroakustischer Musik’. (Der Begriff ‘elektroakustisch’ wurde im vergangenen Jahrhundert eingeführt, hauptsächlich in Abgrenzung zur elektronischen Popmusik. Außerdem deutet er an, dass auch in der ‘ernsten’ elektronischen Musik immer wieder akustische Instrumente Verwendung finden.)

    Große Erfolge feierte Bernier in jüngster Zeit mit der Kombination seiner erlernten und erforschten Fähigkeiten, also einer Mischung aus Bild und Ton, die gemeinhin als ‘Videokunst’ bezeichnet wird. Seine Installationen gewannen auf Festivals rund um die Welt, etwa in Japan, Belgien, Kanada oder auch Deutschland (“Transmediale”), viele Preise. Die audiovisuellen Ideen entstehen häufig in Zusammenarbeit mit Delphine Measroch, einem Ex-Kommilitonen, mit dem er vor vier Jahren deshalb das Duo Milliseconde topographie gründete, das sich auf die Mischung aus Video und Klang spezialisiert hat. 2006 vereinte der damals gerade 29-jährige Bernier weitere Freunde und -kollegen unter dem Namen Ekumen; ein loses Kollektiv, das im Moment aus sieben jungen, kanadischen Künstlern besteht. Diese Gruppe fügt sich nahtlos ein in das Bild einer sprudelnden, agilen Szene kanadischer Elektronik-Bastler, über die wir schon ab und zu berichtet haben. Zu Ekumen gehört auch Urban9, ein Bildender Künstler, der in einer Mischung aus Malerei und Fotografie die sechs Postkarten gestaltet hat, die Les arbres beiliegen.

    Wenn es hauptsächlich um Musik geht, verwendet Bernier seinen eigenen Namen, unter dem er bereits mp3-Alben und CD-Rs veröffentlicht hat. Mit Les arbres (‘Die Bäume’) präsentiert er seine erste offizielle CD.

    Auf vielfältige Weise schafft der kanadische Komponist in 43 instrumentalen Minuten die Kombination verschiedener Ebenen, die sonst unabhängig voneinander existieren, sich hier aber ganz selbstverständlich ineinander schlingen wie DNA-Stränge. Bernier findet zuallererst eine Balance zwischen elektronischer und akustischer Musik. Noise meets Sigur Rós meets Neoklassik. Oder verspielt wie TThe Notwist. Oder auch ganz anders. Eben noch zischt, fiept, pfeift und schleift es, dann gehen die Elektrosounds in Piano, Cello, Geige, Vibraphon oder Akkordeon über, nahtlos, als ob sie schon immer miteinander verbunden gewesen wären. Hier die typisch digitalen Geräusche, dort einzelne, in ihrer Bedächtigkeit umso organischere Töne. Auch unter Bezug auf den Titel, die Bäume, können trefflich sich vereinende Gegensätze in die Musik hinein interpretiert werden: Digital werden die Geräusche nachgebildet, die raschelnde Blätter, knackende Äste hervorrufen können. Akustisch sind es die von Bäumen ausgelösten Emotionen: Kindheitserinnerungen, bestimmte Gerüche, der Wunsch nach Schutz, die Bewunderung von Erhabenheit. Und zuletzt natürlich vereint die CD, wie schon angedeutet, Musik und Bilder, denn die sechs Karten von Urban9 nehmen das Thema und die von Melancholie durchzogenen Klanglandschaften auf und bearbeiten kahle Bäume in Grautönen. (Ein Beispiel ist am Ende des Textes zu sehen.)

    Zart und filigran ist Les arbres meist, die leisen Töne überwiegen und weben ein Netz, das beim Versuch, sich fallen zu lassen, aber auch zerreißen könnte. Denn überraschend bleibt die Musik immer, häufig verliert sich ein Rhythmus schon nach ein paar Tönen, um hinter dem nächsten Ast verändert wieder aufzutauchen. Trotz durchweg hoher Qualität herausragend ist // This Is a Portrait (2), entnommen aus einer Arbeit von Milliseconde topographie. Das Stück beginnt rein elektronisch, verdichtet sich zwischendurch zu einem rauschenden Digital-Sturm und fädelt mittig in die intensive akustische Wärme eines Minimal-Orchesters aus Klavier und Akkordeon ein. Diese Intensität verliert auch nach mehrfachem Hören nichts. Ein ebenso genialer Streich lässt im letzten Stück traurige Trompeten blasen zwischen aufblinkenden Beeps, die ein Computerspiel aus den 1980er verloren hat.

    Eine gesunde Skepsis ist beim weiten Feld der ‘Neuen Musik’ anzuraten; zu viele groteske Experimente finden sich darunter. Dieses hier ist allerdings äußerst gelungen und wird hoffentlich um weitere Versuchsreihen ergänzt.

    Dieses hier ist allerdings äußerst gelungen und wird hoffentlich um weitere Versuchsreihen ergänzt.

    23 juillet – 3 août 2008: Congrès + festival Inventionen à Berlin

    samedi 5 juillet 2008 Général

    La 5e édition du Sound and Music Computing Conference (SMC ’08) aura lieu du 31 juillet au 3 août 2008 à Berlin (Allemagne). Des concerts ont lieu en parallèle, dès le 23 juillet, dans le cadre du Inventionen 2008. La programmation conjointe de ces événements est vraiment exceptionnelle et accueillera notamment Martin Bédard, François Bayle, Ivo Malec, Bernard Parmegiani, Jean-Claude Risset, Denis Smalley, Horacio Vaggione, Annette Vande Gorne. Des concerts à ne pas rater:

    eD: Époque de l’eau de Theodore Lotis — Offre spéciale de lancement

    vendredi 4 juillet 2008 Nouveautés

    La 94e parution empreintes DIGITALes, Époque de l’eau de Theodoros Lotis, est maintenant disponible. «Bien qu’il y ait des traces de sons connus, bien que les métaphores tissées par les titres des œuvres révèlent les espaces des phénomènes naturels (eau, vent, air, lumière), nous ne demeurons pas ancrés dans notre monde. Cette musique cherche à nous transporter dans un ailleurs imaginé et d’une grande expressivité» (Denis Smalley). ••• Aussi, à l’achat de Époque de l’eau, obtenez gratuitement le disque Ecolapsis; l’article sera automatiquement ajouté à votre panier! [Terminée le 9 novembre 2008.]

    Nouveaux arrivages

    jeudi 3 juillet 2008 Nouveautés

    Nous avons ajouté 17 articles à notre boutique aujourd’hui:

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