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  • Dinosaur Dinosaur in De:Bug

    “Kritik”, bleed, De:Bug, November 22, 2005
    Tuesday, November 22, 2005 Press

    Ganz schön rockig sind die geworden. Oder hab ich das letzte Album nur nicht mehr wirklich im Ohr? Klar, Lo-fi waren Books on Tape schon immer, aber diese merkwürdige Mischung aus 80er Jahre Wave, Techno-Ideen als die Maschinen noch aus Holz waren und stellenweise etwas gewollt schrägen Melodien ist mir jetzt irgendwie auf die Dauer zuviel. Wenn die sich noch einmal um sich selbst drehen dann klingen sie noch irgendwann wie die Residents im Proberaum. 3/5

    Trilogie d’ondes in De Subjectivisten

    “Caleidoscoop”, Jan Willem Broek, De Subjectivisten, November 19, 2005
    Saturday, November 19, 2005 Press

    De Canadees Gilles Gobeil (1954) behoort naast Robert Normandeau en Francis Dhomont tot mijn favoriete componisten op het prestigieuze Empreintes Digitales label. Ze maken allen typisch, eigenzinnige elektro-akoestische muziek. Die van Gobeil is meestal van het “deur dichtslaan”-principe; hiermee bedoel ik dat wanneer er een bepaald krachtig geluid is, deze in één klap overgaat in een paar tellen stilte om vervolgens met een volgend krachtig geluid verder te gaan. Een abrupt einde en een spontaan begin, een fijne klap in je gezicht. Dit maakt zijn muziek doorgaans bloedstollend spannend en mooi. Overigens doen veel andere artiesten op dat label dit ook. Op zijn Trilogie d’ondes uit 2005, een dvd audio, dvd video of anders als 320kbps mp3 (op dezelfde schijf te vinden), schrijft hij muziek voor de Ondes-Martenot, één van de eerste elektronische instrumenten uit de jaren 30 van Maurice Martenot. Deze wordt bespeeld door 63-jarige Suzanne Binet-Audet. Gobeil manipuleert dit met hoofdzakelijk de computer, maar ook met synthesizers en samples, tot zijn typerende musique concrète. Het is een mooie samensmelting van oude en nieuwe technieken, gemaakt door 2 briljante academici. Door dit samen gaan van techniek scheppen ze een soort superinstrument, dat niet te vergelijken valt met wat dan ook. Op dit formaat, de audio dvd, komt het geluid extra indrukwekkend over. Ondanks het medium, mis je de ontbrekende beelden niet. Het is een thriller vol originele geluiden, die zonder beelden al spannend genoeg is. Deze muziek heeft ergens wel een link naar de klassieke, maar is door de vele technieken met recht nieuwe muziek te noemen. Hier gaan intelligentie, schoonheid en creativiteit op weergaloze wijze samen.

    Hier gaan intelligentie, schoonheid en creativiteit op weergaloze wijze samen.

    Délires de plaisirs, Trilogie d’ondes in quietnoise

    Paul Dolden vs Gilles Gobeil”, Tobias Bolt, quietnoise, November 18, 2005
    Friday, November 18, 2005 Press

    Tape-Aufnahmen als Basis und das Tonstudio als unverzichtbares kreatives Element bilden die gemeinsamen Ausgangspunkte für die beiden zeitgenössischen Komponisten aus Kanada, deren musikalische Manifestationen in Form zweier Alben auf empreintes DIGITALes unterschiedlicher nicht ausfallen konnten: Gilles Gobeil und Paul Dolden.

    Paul Dolden, zu dessen Markenzeichen ja ein gewisser, nun, milde ausgedrückt, verschwenderischer Kompositionsstil zählt und der hier – unter anderem – sein, zumindest der Länge nach, umfangreichstes Werk vorlegt. Knapp 50 Minuten messen die vier Teile von Entropic Twilights, in welche per exzessivem Multitracking 400 Jahre Musikgeschichte hineinkondensiert wurden. In ein paar Takten vom Kontrapunkt zum Metal-Riff. Rock, Oper, Klassik, Pop, Avantgarde – alles da, ein riesiges virtuelles Orchester, das ein schräges, knallbuntes Musical intoniert. Unglaublich perfekt zusammengebastelt, rotiert dieses Stil-Stroboskop permanent auf Höchstgeschwindigkeit – nach wenigen Minuten ist meine Wahrnehmungsschmerzgrenze erreicht. Selbst das Cover ist zuviel des Guten. Aber: ich persönlich hege ja keinen Zweifel daran, dass immer dort, wo sich Nerdtum mit Größenwahn paaren, es zwangsweise interessant wird. Zum Beispiel: um eine in hunderten Arbeitsstunden perfekt hergestellte Modelleisenbahnanlage geil zu finden, muss ich mich nicht zwangsweise für Züge interessieren. Vorsicht: ich möchte Dolden jetzt nicht auf einen autistischen Nerd reduzieren, nichts läge mir ferner. Er hat, trotz eines leichten Hanges zur Überironisierung, offenbar eine bemerkenswert klare Vision, die er künstlerisch wie auch technisch in einzigartiger Weise umsetzen kann. Und ich habe großen Respekt, vor dem, was er geschaffen hat, auch wenn ich auf rein musikalischer Ebene einen unmittelbaren Zugang nicht immer einfach finden und vieles nicht nachvollziehen kann. Was naturgemäß auch noch für die beiden abschließenden, Mitte der Neunziger entstandenen, Stücke The Gravity of Silence. Resonance #5 und The Heart Tears itself Apart with the Power of its own Muscle. Resonance #3 gilt.

    Ganz anders geht es mir mit Gilles Gobeil, der seine zwischen 1988 und 2002 komponierten Werke unter dem Titel Trilogie d’ondes in 48kHz/24Bit-Qualität auf DVD veröffentlichen lässt. Seine Handschrift drückt sich in einer sehr linear strukturierten Herangehensweise aus, innerhalb derer er in den vorliegenden drei Stücken Tape-Aufnahmen und von Suzanne Binet-Audet gespielte Ondes Martenot (ein monophones elektronisches Instrument, das Ender der Zwanziger-Jahre von Maurice Martenot entwickelt wurde, ein seltsamer Hybrid aus Theremin und Klavier) wiederholt zu sich langsam steigernden Crescendi montiert. Intensivierung, Klimax und Stille bilden in ihrer Repetition schon bald einen sehr natürlichen Prozess, der, obschon stellenweise eine orchestrale Form annehmend, in seiner Intention eindeutig minimalistischer Prägung ist und zu dem ich schnell eine intuitive Beziehung aufbauen kann, nämlich schon während des ersten Hördurchganges. Auch nutzt Gobeil ebenfalls exzessiv die Möglichkeiten des Studios – alle hier enthaltenen Aufnahmen wurden übrigens in den letzten beiden Jahren neu eingespielt und abgemischt bzw. nachbearbeitet – allerdings setzt er seinen Perfektionismus, im Gegensatz zu Dolden, dem hier mehr an einer Ironisierung durch Überhöhung und Übertreibung gelegen ist, zu einer konzentrierten Aufmerksamkeitsfokussierung ein und schafft so ein elektro-akustisches Meisterwerk.

    … zu einer konzentrierten Aufmerksamkeitsfokussierung ein und schafft so ein elektro-akustisches Meisterwerk.
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