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electrocd

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  • Podweek dans Kathodik

    «Recensione», Vittorio Marozzi, Kathodik, 17 janvier 2003
    vendredi 17 janvier 2003 Presse

    Ben ottanta minuti occorrono per fare una panoramica sulla musica del venticinquenne canadese Frédérick Blouin che con questo disco raccolta ripropone episodi salienti del suo percorso artistico dal 1995 al 2001 e un vastissimo campionario di suoni e attitudini. Non ci sono canoni definiti nelle composizioni di Blouin, solo una gran quantità di informazioni, codici, punteggiature, frammenti elettronici e innesti melodici messi insieme con spiccato senso del ludico in un andamento metroritmico martellante e alquanto irregolare. Le fughe visionarie della musica del progetto Mµ-Ziq di Mike Paradinas e la cerebralità della scuola elettronica di Colonia spiccano come influenze primarie, anche se gli episodi più squisitamente ‘intelligent dance’ sono di chiaro stampo Warp, la miscela che ne deriva è una elettrostimolazione neuronale che cattura fin dal primo ascolto. Da prendere anche come breviario su ciò che di importante è andato avanti nell’elettronica degli ultimi 10 anni, senza però perdere di vista l’estro e la personalità del canadese nell’assemblare umori. Un disco a dir poco intrigante e la No Type, ex net label da poco uscita allo scoperto, ci fa un figurone.

    Parr(A)cousmatique dans Bad Alchemy

    «Kritik», Rigobert Dittmann, Bad Alchemy, 17 janvier 2003
    vendredi 17 janvier 2003 Presse

    Seit 1989 lebt der 1958 in Bogotá geborene Gitarrist und Komponist Arturo Parra in Kanada. Parr(A)cousmatique (IMED 0264) ist ein Kollaborationsprojekt speziell für Arbeiten mit Gitarre und Tonband. Die Tapezuspielungen stammen von Stéphane Roy (La basilique fantôme), Mauricio Bejarano (D’or et de lumière), Francis Dhomont (Sol y sombra… L’espace des spectres) und Robert Normandeau (L’envers du temps). Parra übermalt die bruitistisch-programmatischen Folien mit starkem spanischen Akzent zu Stimmungsbildern, in denen sich Archaik und Hypermoderne durchdringen. Parras selbstbewusste, virtuos-avancierte Handschrift versteht es, sich auch in konfliktreicher und geräuschvoller Umklammerung zu behaupten, als subversives, flinkes Graffiti, als phantasievolles Ornament, als stoische Patina, als überlegener Lichtschimmer. Der Gipfel an Intensität wird erreicht zusammen mit Gilles Gobeil bei der schroffen Klangwüste Soledad. Aber gerade wenn man sich mit der Gitarre im Tal des Todes verscharren lassen will, öffnet Normandeau die Schleusen der Zeit und die Sekunden peitschen die Haut wie gemahlenes Glas, während Parra die Saiten rührt wie Urvater Chronos persönlich.

    Rhizomes dans Bad Alchemy

    «Kritik», Rigobert Dittmann, Bad Alchemy, 17 janvier 2003
    vendredi 17 janvier 2003 Presse

    Der 1956 geborene Belgier Stephan Dunkelman hat bei Annette Vande Gorne studiert. Obwohl er seine Arbeiten gern auch kontextualisiert mit Kunstausstellungen, Modeschauen oder Tanztheater, geht von den auf Rhizomes (IMED 0263) versammelten Werken Signallures (1991), Rituellipses (1993-96), Aquaéra 1 (1996), Hanna’ Duet (1998), Metharcana (1998), Thru, Above and Between (1998) und Dreamlike Shudder in an Airstream Part 1: for a crumpled woman (2000) eher etwas Intimes, Hermetisches und Verträumt-Vergeistigtes aus. Subtile Klänge schweben und tanzen zwischen Bewegung und Stille, Raum und Zeit, Essenz und Existenz, Realität und Irrealität. “Listening is vertical” ist nur vordergründig ein klares Statement in Dunkelmans fremdwortreicher Selbstvermarktung, die aber ganz dem rabulistischen Tenor der Kunstkopffraktion unter den Bruitisten entspricht. Das stereophone Rollin’ & Tumblin’ seiner morpho-dynamischen Wischer, Zuckungen und rumpelnden Vibrationen folgt bestechend präzisen Choreographien, die ihnen konfrontale Antagonismen oder zentrifugales Gehusche als ‘Schritt’-Wirbel diktieren.

    Isostasie dans Bad Alchemy

    «Kritik», Rigobert Dittmann, Bad Alchemy, 17 janvier 2003
    vendredi 17 janvier 2003 Presse

    Natasha Barrett, 1972 in England geboren, studierte Elektroakustik bei Jonty Harrison und Denis Smalley und lebt und arbeitet heute in Oslo. Norwegen ist keineswegs die elektroakustische Diaspora wie zu Zeiten Arne Nordheims, dessen Pionierwerke 1967 — 72 noch in Warschau entstanden sind. Barrett steht heute das Osloer NoTAM-Studio zur Verfügung und mit dem Ultima in Oslo, dem Ilios in Harstad und dem Music Factory in Bergen sogar drei Festivals, um ihre mit diversen Preisen gewürdigten Soundscapes zu präsentieren. Auf Isostasie (IMED 0262) erklingen sechs Kompositionen der Jahre 1998 bis 2001: Three Fictions (Northern Mix), Displaced:Replaced, Red Snow, Viva la Selva!, The Utility of Space und Industrial Revelations. Barretts algorithmische Haikus kreisen ausnahmslos um Naturerscheinungen — Wald, Regen, Wind, Nebel, Schnee, die Mitternachtssonne. Oft sind es meteorologische oder räumliche Phänomene, die eigentlich nur im synästhetischen Sinne ‘hörbar’ sind. Allerdings scheinen Barrett nicht so sehr die Naturklangbilder als solche zu fesseln, sondern ihre durch elektroakustische Verdichtung und Konkretisierung spürbar gemachten Effekte auf Psyche und Stimmung. Hören wird so zu einer Form des Nachspürens und Nachsinnens über das Eingetauchtsein in ein gewelltes, getöntes, temperiertes, belichtetes Environment.

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